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Vermittlungsprojekt: Bayern, Böhmen und die Grenze. Erzählen, Visualisieren, Ausstellen

Bayern, Böhmen und die Grenze

Erzählen, Visualisieren, Ausstellen

Podcast, Erzählcafé, Lernplattform, Audiowalk, digitale Zeitstrahlen, Pen and Paper-Game, Fotoblog – Studierende des Projektseminars „Bayern, Böhmen und die Grenze. Erzählen, Visualisieren, Ausstellen“ entwickelten Vermittlungsformate, die sich mit verschiedenen Aspekten der bayerisch-böhmischen Grenzregion auseinandersetzen.

Erarbeitet wurden die zugrundeliegenden Konzepte in sieben Teilgruppen. Als Inspiration dienten den Studierenden Best-Practice-Beispiele sowie zwei Exkursionen und die dabei vor Ort gesammelten Eindrücke. Mithilfe der in der Region geknüpften Kontakte und im Austausch innerhalb der Seminargruppe und mit den Kursleitern entwickelten die Studierenden dreier Masterstudiengänge digitale wie analoge Formate, um ihre Recherchen und Erkundungen rund um den Grenzraum an die breitere Öffentlichkeit zu vermitteln. Dabei verfolgten sie ganz unterschiedliche methodische und thematische Herangehensweisen.

Vermittlungsformate

Nachfolgend erhalten Sie einen Einblick in die erarbeiteten Formate – teils sehen Sie fertige Produkte, teils werden Ihnen die Konzepte und der Arbeitsprozess der Gruppen vorgestellt.

Podcast „Der Weg nach drüben – Grenzlanderfahrungen“

Fünf Folgen bieten einen Einblick in die Geschichte der bayerisch-böhmischen Grenzregion, vom Ende des Zweiten Weltkriegs über die Zeit des Eisernen Vorhangs bis in die Gegenwart.

Erzählcafé „Zwischen Welten“

Über 20 Teilnehmende aus Furth im Wald und Umgebung tauschten sich in zwei offenen Gesprächsrunden angeregt über ihre ganz persönlichen Erinnerungen an und Erfahrungen mit der Grenze aus.

Zeitstrahl „Bayern und Böhmen“

Digitale Zeitstrahlen sind eine Möglichkeit, die vielschichtige Beziehungsgeschichte zwischen Bayern und Böhmen auf einen Blick sichtbar zu machen – anschaulich und wissenschaftlich fundiert.

Pen and Paper „Moving Borders“

Das Rollenspiel „Moving Borders“ führt gedanklich in den untergegangenen Ort Grafenried/Lučina. Die Teilnehmenden schlüpfen in fiktive Rollen und können die Geschichte der bayerisch-böhmischen Grenzregion spielerisch erleben.

Lernplattform „Bayern, Böhmen und die Grenze – Geschichte digital entdecken“

Mit kurzen Einführungstexten, historischen Quellen, Audio- und Videomaterial sowie interaktiven Aufgaben bietet die Lernplattform verschiedene Zugänge für Lernende ab der 10. Jahrgangsstufe.

Fotoblog „Grenzenlose Natur“

Das digitale Fotoprojekt „Grenzenlose Natur“ zeigt, wie sich die einzigartige Naturlandschaft der bayerisch-böhmischen Grenzregion den menschengemachten Zäunen, Mauern und Schranken widersetzt.

Audiowalk „Plöß erleben“

Audioaufnahmen, konzipiert anhand historischen Quellenmaterials, sollen Geschichte genau an dem Ort erlebbar machen, an dem sie ursprünglich entstanden ist – in und um Plöß/Pleš.

Hintergrund zum Projektseminar

Ausgangspunkt des Seminars war die Tatsache, dass Räume nicht einfach existieren, sondern fortlaufend gemacht werden – so auch in Bayern und Böhmen, die gerne als kontinuierlich verlaufende und zusammengehörende Kulturlandschaft romantisiert werden. Dies gilt auch für die von beiden geteilte Grenze/Grenzregion, die als eine der ältesten Europas einzustufen ist und dennoch stets starken Wandlungsprozessen unterworfen war und ist.

Das Projektseminar „Bayern, Böhmen und die Grenze. Erzählen, Visualisieren, Ausstellen“ von Prof. Dr. Bernhard Löffler, Prof. Dr. Jörg Skriebeleit und Felix Bruckner beschäftigte sich im Sommersemester 2025 mit öffentlichen visuellen und narrativen Repräsentationen dieser Räume, den unterschiedlichen Begrifflichkeiten und ideologischen Konzepten, die damit verbunden werden, sowie den darin ablesbaren Fremd- und Selbstbildern. Welche Akteur*innen, Fördermechanismen und Funktionsweisen stehen hinter den öffentlichen räumlichen Repräsentationen? Welche Narrative, Raumorientierungen und region brandings scheinen in ihnen auf oder werden von ihnen (neu) geprägt? Und wie sind diese diachron und synchron aufeinander bezogen? Welche Formen und Möglichkeiten der politischen oder ökonomischen Instrumentalisierung und Vermarktung gibt es, und wie haben sich diese gewandelt?