Kolloquium Public History
Die „zweite Geschichte“ der Shoah im deutsch-deutschen Fernsehen
Dr. Barbara Hanke (Universität Osnabrück)
21.01.2026, 18 Uhr c.t.
Universität Regensburg, Raum PT 2.0.9
Der Vortrag thematisiert den Umgang mit der Shoah in der DDR und der Bundesrepublik anhand einer vergleichenden Analyse der Fernsehfilme Kaddisch nach einem Lebenden (ARD 1969) und Die Bilder des Zeugen Schattmann (DFF 1972). Ausgangspunkt ist die Kontroverse um Stellenwert, Deutungsmuster und politische Rahmungen der Shoah-Erinnerung in beiden deutschen Staaten. Film wird dabei als eine Form geschichtskultureller Auseinandersetzung verstanden, in der sich erinnerungspolitische Vorgaben, narrative Strategien und zeitgenössische Rezeptionsweisen verdichten. So werden die beiden Produktionen in Anschluss an Alexander Walthers aktuelle Studie Die Shoah und die DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus als Resultate spezifischer Aushandlungsprozesse zwischen kulturpolitischen Leitlinien, institutionellen Rahmenbedingungen und individuellen Akteur*innen analysiert.
Publikationen von Barbara Hanke (Auswahl):
- Geschichtskultur an höheren Schulen von der Wilhelminischen Ära bis zum Zweiten Weltkrieg. Das Beispiel Westfalen (Geschichtskultur und historisches Lernen; 6). Berlin 2011.
- Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus als Filmsujet. In: Michele Barricelli/Hannes Liebrandt (Hrsg.): Aufarbeitung und Demokratie. Perspektiven und Felder der Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur in Deutschland. Frankfurt/M. 2020, S. 119-131.
- Digital Public History im Spannungsfeld von Forschung, Vermittlung und Unterhaltung. In: Christine Gundermann/Barbara Hanke/Martin Schlutow (Hrsg.): Digital Public History. Analytische Zugänge und Lernpotenziale digitaler Geschichte. Köln u.a. 2024 (Geschichtsdidaktik diskursiv – Public History und Historisches Denken, Bd. 12), S. 7-14 [zusammen mit Christine Gundermann und Martin Schlutow].
Im Kolloquium berichten etablierte Forschende im Bereich Public History und Erinnerungskultur über ihre aktuellen Projekte und Studierende der Public History und Kulturvermittlung stellen ihre Abschlussarbeiten vor. Im Vordergrund steht dabei die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion im kollegialen Umfeld. Das Kolloquium ist eine gemeinsame Veranstaltung der Juniorprofessur für Public History sowie des Zentrums Erinnerungskultur und wird von Prof. Dr. Juliane Tomann geleitet.