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Vortrag: Inklusive Gedenkstättenarbeit und Erinnerungspraxis, 10.06.2026

Kolloquium Public History

Inklusive Gedenkstättenarbeit und Erinnerungspraxis. Eine qualitative Studie am Beispiel der Gedenkstätte Grafeneck

Marie Rieker B.A. (Universität Regensburg)

10.06.2026, 18 Uhr c.t.
Universität Regensburg, Raum PT 2.0.9 und online via Zoom

Was passiert, wenn Menschen zu aktiven Vermittler:innen von Geschichte und Erinnerung werden, denen diese Rolle lange verwehrt blieb? Und wie lassen sich die daraus entstehenden Veränderungen in der Erinnerungskultur und einer konkreten Institution erfassen?

Die Masterarbeit wird die Beteiligung eines inklusiven Teams an der Gedenkstätte Grafeneck untersuchen. 2024 entwickelte eine inklusive Gruppe einen eigenen Gedenkstättenrundgang. Die Gruppenmitglieder sind seitdem als aktive Akteur:innen an der Gedenkstätte präsent und begleiten Besucher:innen. Die Rundgänge thematisieren sowohl die Geschichte Grafenecks als Vernichtungsort von 10.654 Menschen im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde als auch gegenwärtige Perspektiven auf Grafeneck als Wohn- und Arbeitsort.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie die Beteiligung der inklusiven Gruppe die Erinnerungspraxis der Gedenkstätte Grafeneck verändert. Untersucht werden soll, welche narrativen, vermittlungspraktischen und institutionellen Prozesse durch die Mitwirkung eines inklusiven Teams angestoßen werden und wie sich diese in der Praxis des Erinnerns zeigen.

Im Kolloquium berichten etablierte Forschende im Bereich Public History und Erinnerungskultur über ihre aktuellen Projekte und Studierende der Public History und Kulturvermittlung stellen ihre Abschlussarbeiten vor. Im Vordergrund steht dabei die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion im kollegialen Umfeld. Das Kolloquium ist eine gemeinsame Veranstaltung der Juniorprofessur für Public History sowie des Zentrums Erinnerungskultur und wird von Prof. Dr. Juliane Tomann geleitet.